## Fragestellungen zur Risikokommunikation für Verbraucher Liegt ein Problem des Risikos vor, d.h. sind belastbare numerische Schätzer vom Eintreffen spezifischer Ereignisse oder Entscheidungenkonsequenzen verfügbar, ist eine Hauptfragestellung, wie Risikokommunikation hier transparent, ausgewogen und verständlich für die Verbraucher sein kann? Vier Herausforderungen sind hierbei 1. Wie können Einzelfallwahrscheinlichkeiten trotz aleatorischer Unsicherheit über den konkreten Ausgang im Einzelfall vermittelt werden? 2. Wie lässt sich der massenhaften Stratifizierung von Wahrscheinlichkeiten durch vorliegende Einflussfaktoren oder Kategorien Rechnung tragen? 3. Wie können hierarchisch strukturierte Ereignisse zwischen zu vergleichenden Wahrscheinlichkeiten abgebildet werden? 4. Wie lassen sich die ersten drei Herausforderungen nicht nur nach dem letzten Stand der Forschung sondern zudem auch ansprechend adressieren, da das Hervorrufen von Aufmerksamkeit und Bindung des Verbrauchers an das Informationsangebot für dessen Exploration notwendig ist. ## Lösungsansatz Dynamische Treemaps mit visueller Legende 1. Einzelfallwahrscheinlichkeiten lassen sich entweder mit einfachen Häufigkeiten (sofern nur Wahrscheinlichkeitswerte > 1% auch als Prozentformat) in tabellarischer Form (Schwartz et al., 2009) oder, zur Unterstützung von Verbrauchern mit niedriger Numeracy (Cokely et al., 2012), durch den Einsatz von empirisch validierten Grafikformaten (Garcia-Retamero & Galesic, 2010), Barcharts oder IconArrays kommunizieren. 2. Multiple Vergleiche, welche stratifizierte Daten implizieren, wenn zum Beispiel dasselbe Risiko für viele Gruppen verglichen soll, erfordern den Einsatz von mehreren Explorationsebenen bzw. hierarchisierter Navigation. Barcharts sind geeignet multiple Instanzen vergleichbar nebeneinander zu stellen. Dieses Prinzip lässt sich mit einer Hierarchisierung verknüpfen. 3. Treemaps, die mehrere Tiefenebenen aufweisen, zwischen denen man dynamisch navigieren kann, erlauben die Abbildung von Hierarchien (Stasko et al., 2000) und zugleich den verständlichen Vergleich von Wahrscheinlichkeiten, da sie die Teile vom Ganzen (part-to-whole relationships) einander gegenüberstellen. 4. Dynamische Informationsvisualisierungen können ansprechend sein, wenn Sie auf verschiedenen Explorationstiefen, mit einem leichten Einstieg, begleitet mit Erklärtext und einem durchziehenden Narrativ versehen sind. Erste Ergebnisse der RisikoAtlas-Kommunikationsstudien mit dem vorliegenden Format zeigen, dass es besser angenommen wird und exploriert wird als Tabellen mit denselben Informationen. Es wird nicht gezeigt, dass Informationen besser extrahiert oder gemerkt werden können als aus klassischen Tabellen. ## Thematisches Muster Digitale Kriminalität ## Einleitung Kriminalität ist in der digitalen Welt genauso allgegenwärtig wie in der analogen Welt. Verbraucher haben im Rahmen der dynamischen Entwicklung der digitalen Welt weniger Erfahrungen bezüglich der Verbindung zwischen ihrem Verhalten und dem Risiko, Opfer eines digitalen Verbrechens zu werden. ## Welche Kriminalitätsrisiken werden hier dargestellt? Es werden die Häufigkeiten von Straftaten aus Sicht der Betroffenen dargestellt. Um ein Verständnis vom zahlenmäßigen Verhältnis der verschiedenen Straftaten zu vermitteln, wird ein Überblick über die jährlich Betroffenen gegebenen. Hierzu werden die analogen Straftaten aus polizeilichen Opferstatistiken den registrierten Fällen von Computerkriminalität gegenübergestellt. Es werden nicht die möglichen digitalen Risiken durch institutionelle Überwachung, zum Beispiel Kunden-Profiling, thematisiert. ## Für welche Verbraucher ist die folgende Grafik geeignet? Für alle Verbraucher stellt sich die Frage, welche digitalen Kriminalitätsrisiken bestehen und inwieweit diese den einzelnen betreffen können.